KonMari & ich

Ruhig, ein bisschen zu ruhig ist es in letzter Zeit auf “54 Grad Nord Edition” gewesen. Seht es mir nach, bald dürft Ihr Euch auf neuen kreativen Input freuen! 🙂 Nach Weihnachten haben mir schlicht die Ideen gefehlt, viel zu tun auf Arbeit und insbesondere hat mich das Thema “Ausmisten & Aufräumen” umgetrieben. Ich bin von Natur aus ein sehr ordentlicher Mensch, liebe es, wenn alle Gegenstände ihren festen Platz haben. Jeden Abend wird daheim aufgeräumt, das “Clear-Desk-Prinzip” angewandt. Ich mag das Aufräumen! 🙂 Dennoch habe ich vor allem im Dezember gemerkt, wie wenig Stauraum ich habe, vieles gar nicht mehr im Gebrauch ist und ich kaum wusste, wohin mit den Weihnachtsgeschenken für meine Lieben bis zur Bescherung. Bereits im vergangenen Jahr ist mir auf verschiedenen Blogs der Name Marie Kondo begegnet – neugierig wie ich bin, habe ich mir “Magic Cleaning” gekauft und Mitte Januar angefangen zu lesen.

Oh ja, ich habe mich an vielen Stellen wiedererkannt, leicht peinlich berührt. Ausdrücklich möchte ich in diesem Beitrag keine Buchrezension schreiben, sondern einfach meine Aufräum-Erlebnisse und Erfahrungen erzählen – wenn Ihr mögt, begleitet mich bei einer Lieblingstasse Tee oder Kaffee!

Obwohl ich zwei Mal im Jahr ausmiste und regelmäßig alle Kartons durchgehe, bin ich sehr erstaunt gewesen, warum ich an so vielen Dingen so lange festgehalten habe bzw. mich nicht trennen mochte. Zwei typische Sprüche:

“Kann man ja noch gebrauchen! (Irgendwann!)”

“Ist doch viel zu schade zum Wegwerfen!”

Quatsch! Mein Lieblingsbeispiel: Mein Aufbewahrungkarton für Büromaterialen. Oh, oh – hier ein schnelles Foto mit dem iPhone:

Von all den Gegenständen, die Ihr hier ausgebreitet auf meinem Schreibtisch seht, habe ich so gut wie nichts behalten. Übrig sind noch: Klebestifte, ausgewählte Post-its (ich bin ein Post-it-Junkie), Korrekturroller, Beschriftungsfelder für die Ikea-Boxen, Tintenpatronen und Zirkel.

Marie Kondo empfiehlt beim Ausmisten nach einer bestimmten Reihenfolge vorzugehen: Kleidung (inkl. Taschen), Bücher, Bürokrams und Erinnerungsstücke. Da an Klamotten die wenigsten Emotionen hängen, ist es am einfachsten mit dieser Kategorie anzufangen. Ich bin allerdings mit Bürokrams aus Zeitgründen gestartet – außerdem fällt es mir dort am leichtesten, mich zu trennen. Am Nachmittag und frühen Abend habe ich mich, während es draußen unermüdlich geregnet hat, einem Aufbewahrungskarton nach dem anderen gewidmet. Entsetzt bin ich teilweise schon gewesen, was ich bislang so aufbewahrt habe (siehe auch oben). Uralte Bedienungsanleitungen (der Laptop ist gar nicht mehr im Gebrauch), Quittungen (seit Ewigkeiten Garantie abgelaufen) oder Kontoauszüge (ein Konto ist längst aufgelöst).
Auf der anderen Seite habe ich mich natürlich auch gefreut, ein paar schöne Dinge wiederzuentdecken, wie z. B. meine Manuskripte. Ich habe als Jugendliche viele Kurzgeschichten geschrieben. Vielleicht mache ich mich demnächst wieder ans Werk und nehme dieses Hobby wieder auf.

Gleich und gleich gesellt sich gern – der nächste Tipp von Kondo ist, Dinge Kategorien zuzuordnen und diese gemeinsam aufzubewahren. Ah, ertappt! Aus Platzgründen habe ich z. B. bisher Notizbücher und Kosmetiktäschen an zwei, drei verschiedenen Orten aufbewahrt. Schluss damit! Notizbücher und -hefte in einen Karton, Kosmetiktaschen zu meinen Handtaschen. Ich weiß, klassische Mädels-Beispiele – aber ihr Jungs werdet sicherlich Ähnliches an verschiedenen Orten horten. 😉 Ein Vorteil dieses Tipps ist defintiv: Ich weiß, was ich habe. Bei Bedarf kann ich also in dem dafür vorgesehenen Karton nachschauen und erst wenn ich feststelle, dass ich es wirklich nicht habe, “darf” ich mir etwas Neues kaufen. Spart Geld und Zeit!

Generell ist es so, dass ich mein Geld nur noch für Dinge ausgeben möchte, die mich wirklich glücklich bzw. zufrieden machen. Mittlerweile kann ich mir gut sagen, dass bestimmte Gegenstände, insbesondere Deko, tatsächlich gut im Laden aussehen, ich sie dort bewundern darf, und nicht unbedingt mit nach Hause nehmen muss. Letzten Herbst bin ich ziemlich lange um dieses Memoboard umhergeschlichen. Cooles Teil! Aber: Zurzeit passt es nicht zu meiner restlichen Deko und ein weiteres Indiz dafür, dass ich mir nicht sicher war, ob ich mir die Tafel kaufen sollte: Ich habe einen Freund gefragt, wie er sie findet. (Ich hör’ Dich jetzt schon lachen, wenn Du das liest!) Alles klar, oder? Ich habe mir das Board nicht gekauft und vermisse es kein Stück.

Vieles habe ich bereits ausgemistet. Bleibt die Frage: Wohin mit dem Zeugs?

  • Spenden (hoelp, AWO & Co., insbesondere Kleidung & Bücher)
  • Müll (Restmüll, Papier, Altkleider)
  • eBay (Werde ich wahrscheinlich nur für Stampin’ Up! Produkte nutzen – für alles andere bin ich zu sehr Ökonomin. Ich glaube nicht, dass der Erlös dem Zeitaufwand gerecht wird.)

Mein Zwischenfazit:
Bei Kleidung und Bürokrams kann ich ein Häkchen machen. Ein, zwei Boxen für eine bessere, hübschere Aufbewahrung werde ich mir noch gönnen, für ein rundes Gesamtbild. Nach außen hat sich nicht viel verändert, das Chaos hat sich ja auch gut organisiert in Schränken und Boxen abgespielt. 😉
Ich freue mich jedes Mal wie Bolle, wenn ich eine Schranktür oder Box öffne und mir nicht der Inhalt entgegen quillt. Toll! Weiterer Vorteil: Wie leicht sich Türen und Schubladen öffnen lassen. Meine Schreibtischschublade schwingt superleicht auf (2/3 Inhalt ist gegangen). Das gefällt mir am meisten.
Auch wenn viele sicherlich Kondos Tipp eher esoterisch finden, es hilft tatsächlich beim Trennen den Gegenständen Danke und Lebewohl zu sagen. Mir hat das gut getan. “Danke, dass du mich so lange begleitet hast – jetzt darfst du gehen!”

Drei Blogs möchte ich Euch gerne zum Schluss empfehlen, die mich inspirieren, in denen ich mich viel wiederfinde:

Wow, ich bin überrascht, wie viel ich Euch zu diesem Thema mitteilen durfte – danke! Aufräumen befreit! Ich wünsche Euch viel Spaß, Kraft und Durchhaltevermögen, wenn Ihr nun auch loslegen möchtet. Es lohnt!
Hinterlässt mir gerne einen Kommentar über Eure Gedanken zur KonMari-Methode und Euren Aufräum-Erlebnissen. 🙂

Bis bald

Eure

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